Zwölf interessante Fakten über die Christusstatue in Rio de Janeiro

Die Christusstatue auf dem Corcovado, hoch über Rio thronend, ist weit mehr als nur ein Wahrzeichen der Skyline. Diese Fakten zur Christusstatue beleuchten ihre Ursprünge im 19. Jahrhundert, die transatlantische Handwerkskunst, Reparaturen nach Blitzschlägen sowie ihre Geschichte im Zusammenhang mit der Eisenbahn.

Interessante Fakten über die Christusstatue

Die Verwirklichung dieser Vision dauerte Jahrzehnte

Bereits in den 1850er Jahren gab es in Rio Pläne für eine Christusstatue auf einem Berggipfel, doch das heutige Projekt gewann erst in den 1920er Jahren nach einer landesweiten katholischen Spendenaktion an Dynamik. Die Bauarbeiten begannen im Jahr 1922, und das Denkmal wurde 1931 eingeweiht, womit die Idee einen ungewöhnlich langen Weg von der Konzeption bis zur Fertigstellung zurückgelegt hat.

Speckstein bedeckt jede Oberfläche

Das Denkmal besteht nicht aus behauenem Stein, sondern aus Stahlbeton und ist mit Tausenden von dreieckigen Specksteinfliesen verkleidet, die von Hand angebracht wurden. Es wurde Speckstein gewählt, da er Temperaturschwankungen und Witterungseinflüssen standhält und dabei seine glatte Oberfläche behält. Aus der Nähe betrachtet wirkt die Oberfläche fast wie ein Mosaik, was erklärt, warum sich die Statue weicher und strukturierter anfühlt, als Fotos vermuten lassen.

Die Teile stammten aus Frankreich

Der brasilianische Ingenieur Heitor da Silva Costa leitete das Projekt, doch entscheidende Elemente wurden in Übersee entwickelt. Der französisch-polnische Bildhauer Paul Landowski modellierte den Kopf und die Hände in Frankreich, und der Ingenieur Albert Caquot brachte sein Fachwissen im Bereich der Statik ein. Diese Teile wurden später nach Brasilien verschifft und auf dem Corcovado montiert, wodurch das Denkmal ebenso sehr ein Ergebnis internationaler Zusammenarbeit wie ein nationales Symbol ist.

Der Corcovado war Teil des Plans

Die Christusstatue steht auf dem Corcovado, einem Gipfel auf etwa 710 m (2.329 ft) über dem Meeresspiegel im Tijuca-Nationalpark. Dieser Standort wurde nicht nur wegen der Aussicht gewählt: Dank seiner zentralen Lage ist die Statue von weiten Teilen Rios aus zu sehen. Das Ergebnis ist ein Denkmal, das sich in die Skyline der Stadt einzufügen scheint, anstatt sich auf ein einzelnes Stadtviertel zu beschränken.

Die Spannweite beträgt 28 Meter

Aus der Ferne betrachtet wirkt die Gestalt elegant; in Zahlen ausgedrückt ist sie gewaltig. Die Statue erhebt sich 30 Meter über einen 8 Meter hohen Sockel, ihre Arme spannen sich über eine Breite von 28 Metern, und das gesamte Denkmal wiegt etwa 635 Tonnen. Diese Proportionen sorgen dafür, dass er sich vor dem steilen Granitgipfel des Corcovado optisch harmonisch einfügt.

Der Zug ist älter als die Statue

Lange bevor die Statue entstand, fuhr die Corcovado-Bahn bereits den Berg hinauf. Die 1884 eröffnete Bahnlinie diente später während der Bauarbeiten dem Transport von Baumaterialien und Arbeitern und befördert auch heute noch Besucher in etwa 20 Minuten durch den Tijuca-Wald. Das bedeutet, dass eine der klassischen Touristenattraktionen Rios auch eine praktische Rolle beim Bau des Denkmals spielte.

Blitze stellen eine echte Gefahr dar

Auf einem exponierten Gipfel in fast 710 m Höhe über dem Meeresspiegel wird die Statue während der Sommergewitter in Rio regelmäßig vom Blitz getroffen. Ein gut dokumentierter Blitzschlag im Jahr 2014 beschädigte einen Teil des rechten Daumens, und weitere Stürme haben an den Fingern und am Kopf Absplitterungen verursacht. Regelmäßige Instandhaltungsarbeiten sind unerlässlich und dienen nicht nur der Verschönerung, denn die Witterungsbedingungen auf dem Corcovado sind extrem.

Es verfügt über eine eigene Kapelle

Im Inneren des Sockels befindet sich eine kleine katholische Kapelle, die Nossa Senhora Aparecida, der Schutzpatronin Brasiliens, gewidmet ist. Es wurde 2006 eingeweiht und ergänzte ein bereits an religiöser Bedeutung reiches Denkmal um einen funktionalen Andachtsraum. Dieses Detail entgeht einem vom Aussichtsdeck aus leicht, doch es unterstreicht, dass die Christusstatue mehr ist als nur ein Aussichtspunkt.

Eines der Weltwunder

Im Jahr 2007 wurde die Christusstatue zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt, wodurch ihr Status weit über Brasilien hinaus gefestigt wurde. Das Denkmal ist zudem Teil der von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannten „Carioca-Landschaften zwischen Berg und Meer“ in Rio. Nur wenige Sehenswürdigkeiten vereinen weltweite Bekanntheit, religiöse Symbolik und eine derart beeindruckende Naturkulisse in einem einzigen Bild.

Der Zugang ist wesentlich einfacher geworden

Bis Anfang der 2000er Jahre musste man nach Erreichen der Gipfelhöhe noch mehr als 200 Stufen bewältigen, um zur letzten Plattform zu gelangen. Im Jahr 2003 wurden Aufzüge und Rolltreppen installiert, wodurch das Denkmal für ein breiteres Besucherspektrum deutlich leichter zugänglich wurde. Es handelt sich um eine moderne Neugestaltung, die das Erlebnis der Christusstatue auf subtile Weise verändert hat, ohne dabei ihre historische Silhouette zu beeinträchtigen.

Jedes Jahr kommen Millionen von Besuchern

Die Christusstatue ist nicht nur eine Ikone, sondern auch eine der meistbesuchten kostenpflichtigen Sehenswürdigkeiten Brasiliens. In den letzten Jahren wurden jährlich etwa 2 bis 2,5 Millionen Besucher verzeichnet, wobei 2023 mit rund 2,4 Millionen Besuchern als Rekordjahr gilt. Diese Zahlen verdeutlichen, warum frühe und späte Zeitfenster besonders begehrt sind, wenn Wetter und Sichtverhältnisse mitspielen.

Ihre Silhouette ist weltweit zu sehen

Selbst Menschen, die noch nie in Rio waren, erkennen die Statue meist auf Anhieb. Die Christusstatue taucht immer wieder in Filmen, im Fernsehen, in Sportübertragungen, auf Reiseplakaten und in Nachrichtenbildern auf, da ihre Silhouette „Rio“ in einem einzigen Bild verkörpert. Nur wenige Wahrzeichen stehen so prägnant als visuelles Symbol für eine ganze Stadt und ein ganzes Land.

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